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Das 1.000-Euro-Limit, LUGAS und OASIS: So regelt der Staat deine Casino-Einzahlung

Schematische Darstellung des anbieterübergreifenden Einzahlungslimits mit den Systemen LUGAS und OASIS im deutschen Glücksspielrecht

Ladevorgang...

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Warum dein Casino dich an einem Dienstagabend einfach aussperrt

Ein Spieler schrieb mir letztes Jahr verärgert, sein Casino habe ihn mitten in der Woche „grundlos“ am Einzahlen gehindert — Konto in Ordnung, Methode funktioniert, trotzdem abgelehnt. Grundlos war das nicht. Er hatte schlicht das anbieterübergreifende Einzahlungslimit ausgeschöpft, und zwar nicht bei diesem einen Casino, sondern über mehrere Anbieter hinweg. Genau hier liegt das Missverständnis, das ich in diesem Text auflösen will.

Das Herzstück der deutschen Glücksspielregulierung ist eine schlichte Zahl: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit nach Paragraf 6c des Glücksspielstaatsvertrags 2021 darf grundsätzlich 1.000 Euro pro Monat nicht übersteigen. Entscheidend ist das Wort anbieterübergreifend. Diese 1.000 Euro gelten nicht pro Casino, sondern für dich als Person über alle lizenzierten Anbieter zusammen. Wer bei drei Casinos je 400 Euro einzahlt, hat sein Limit überschritten, egal wie viel Guthaben auf dem Bankkonto liegt.

Person prüft eine ruhige Übersicht des monatlichen anbieterübergreifenden Einzahlungslimits am Laptop

Das ist der zentrale Unterschied, den fast jede Ratgeberseite verschweigt: Das Limit ist eine staatliche Regel über alle Provider hinweg, kein Detail einer einzelnen Zahlungsmethode. Ob du per Klarna, giropay oder Banküberweisung einzahlst, ist für das Limit vollkommen gleichgültig. Die Methode transportiert das Geld, aber gezählt wird zentral und personenbezogen. Wer das verstanden hat, versteht die halbe deutsche Glücksspielregulierung.

In elf Jahren als Analyst des regulierten Marktes habe ich gelernt, dass dieses System aus drei Bausteinen besteht, die ineinandergreifen: das Limit selbst, das Überwachungssystem LUGAS, das es anbieterübergreifend durchsetzt, und das Sperrsystem OASIS, das Spieler bei Bedarf ganz aussperrt. Diese drei Begriffe klingen wie Behördenkürzel, weil sie es sind — aber sie entscheiden konkret darüber, wie viel du einzahlen kannst und wann Schluss ist. Ich gehe sie der Reihe nach durch.

Die magische Grenze: was die 1.000 Euro wirklich bedeuten

Stell dir das Limit nicht als Türsteher eines einzelnen Clubs vor, sondern als Sperrkonto, das die ganze Stadt teilt. Egal, an welcher Tür du klopfst — gezählt wird, wie viel du insgesamt im Monat über alle Türen hineingetragen hast. Genau so funktioniert das anbieterübergreifende Einzahlungslimit nach Paragraf 6c GlüStV 2021: maximal 1.000 Euro pro Kalendermonat, über sämtliche in Deutschland lizenzierten Anbieter zusammengerechnet.

Die Logik dahinter ist Spielerschutz. Der Gesetzgeber wollte verhindern, dass jemand das Limit eines Anbieters ausreizt und dann zum nächsten weiterzieht, um dort von vorn zu beginnen. Vor 2021 war genau das möglich — wer bei einem Casino an die Grenze stieß, wechselte einfach. Mit dem anbieterübergreifenden Limit ist dieser Trick versperrt: Die Grenze klebt an der Person, nicht am Anbieter.

Für die meisten Spieler ist diese Grenze in der Praxis weit höher, als sie je ausschöpfen. 1.000 Euro Einzahlung pro Monat sind eine erhebliche Summe, und der Großteil der Nutzer bewegt sich deutlich darunter. Spürbar wird das Limit erst bei intensiven Spielern — und genau die sind aus Spielerschutzsicht die Zielgruppe der Regel. Das Limit ist also kein Schikane-Instrument gegen Gelegenheitsspieler, sondern eine Bremse für jene, die ins Risiko rutschen.

Symbolbild des anbieterübergreifenden Limits: ein einziger Schwellenwert gilt zugleich für mehrere Casino-Eingänge

Eine Verwechslung möchte ich gleich ausräumen, weil sie ständig auftaucht: Das Einzahlungslimit ist kein Verlust- oder Einsatzlimit. Es deckelt, wie viel Geld du in einem Monat ins Spielkonto einzahlst, nicht, wie viel du dort drehst oder verlierst. Wer 1.000 Euro einzahlt und damit über Tage hinweg spielt, kann durch Gewinne und erneute Einsätze ein Vielfaches dieser Summe umsetzen. Das Limit greift an der Schleuse zwischen Bankkonto und Spielkonto, nicht innerhalb des Spiels selbst. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie erklärt, warum das Limit allein keinen vollständigen Schutz darstellt, sondern erst im Zusammenspiel mit OASIS und Selbstkontrolle wirkt.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, die viele nicht kennen. Das Limit ist nicht starr bei 1.000 Euro betoniert. Ein erhöhtes Einzahlungslimit kann im Einzelfall bis zu 10.000 Euro pro Monat betragen. Ein Limit zwischen 10.000 und 30.000 Euro ist sogar möglich, aber streng gedeckelt: Es darf für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters gewährt werden. Diese Ein-Prozent-Hürde ist kein Zufall, sondern soll verhindern, dass die Erhöhung zum Standard wird. Sie bleibt die seltene Ausnahme für wenige, geprüfte Fälle.

Was du dir merken solltest: Die 1.000 Euro sind die Regel, nicht die einzige Möglichkeit, aber jede Erhöhung ist an Bedingungen und an eine Bonitäts- beziehungsweise Plausibilitätsprüfung geknüpft. Niemand bekommt ein höheres Limit per Knopfdruck. Wie genau das überwacht wird, dass du die 1.000 Euro nicht durch Anbieterwechsel umgehst, ist die eigentliche technische Meisterleistung dahinter — und sie trägt den Namen LUGAS.

LUGAS: das Gedächtnis, das alle Casinos teilen

Die naheliegende Frage lautet: Woher weiß Casino B, dass ich heute Morgen schon bei Casino A eingezahlt habe? Die Antwort heißt LUGAS — die „Limitdatei für Glücksspiele im Internet“. Man kann sie sich als zentrales Gedächtnis vorstellen, das alle lizenzierten Anbieter gemeinsam abfragen, bevor sie eine Einzahlung zulassen.

Das Limit wird zentral über das LUGAS-System anbieterübergreifend überwacht. Konkret heißt das: Jeder Anbieter meldet deine Einzahlungen an die zentrale Datei und fragt vor jeder neuen Einzahlung dort ab, wie viel von deinem Monatslimit bereits verbraucht ist. Bist du bei 950 Euro angekommen und willst 100 Euro einzahlen, lehnt das System ab — unabhängig davon, ob du diese 950 Euro bei einem oder bei fünf verschiedenen Casinos verbraucht hast.

Schematische Darstellung des zentralen LUGAS-Systems, das Einzahlungen mehrerer Anbieter zu einem gemeinsamen Stand zusammenführt

Dieses System hat eine praktische Nebenwirkung, die viele Spieler irritiert: das sogenannte Aktivierungs- oder Wechselverhalten. Weil LUGAS sicherstellen muss, dass immer nur ein Anbieter gleichzeitig dein „aktives“ Spielkonto führt, kann es zu kurzen Wartezeiten beim Wechsel zwischen Casinos kommen. Wer von Casino A zu Casino B wechselt, muss unter Umständen ein paar Minuten warten, bis das System die Sitzung freigibt. Das ist kein Fehler, sondern gewollte Reibung.

Für deinen Einzahlungsalltag bedeutet LUGAS dreierlei. Erstens: Es gibt kein Schlupfloch durch Anbieterwechsel — das Gedächtnis ist geteilt. Zweitens: Eine abgelehnte Einzahlung liegt häufig nicht an deiner Zahlungsmethode, sondern am ausgeschöpften Limit. Drittens: Das System arbeitet personenbezogen, gebunden an deine Identifizierung, nicht an dein Bankkonto oder deine Zahlungsmethode. Du kannst die Methode wechseln, so oft du willst — das Limit bleibt dasselbe.

Genau hier zeigt sich, warum die Verwechslung von Limit und Zahlungsmethode so folgenreich ist. Wer glaubt, ein anderer Bezahlweg würde ein höheres Limit ermöglichen, hat das System nicht verstanden. LUGAS interessiert sich nicht dafür, ob du per Klarna oder Überweisung zahlst. Es interessiert sich nur für die Summe und die Person. Wer mehr einzahlen möchte, kommt nicht an einer offiziellen Limit-Erhöhung vorbei.

Hinter LUGAS steckt eine technische Voraussetzung, die leicht übersehen wird: die eindeutige Identifizierung jedes Spielers. Damit das geteilte Gedächtnis funktioniert, muss das System dich anbieterübergreifend wiedererkennen — sonst könntest du dich bei Casino B schlicht als andere Person ausgeben. Genau deshalb verlangen lizenzierte Anbieter eine Verifizierung der Identität, bevor du echtes Geld einzahlen kannst. Diese Identifizierung ist kein Selbstzweck und keine Schikane, sondern die Bedingung dafür, dass das Limit überhaupt greifen kann. Ohne sichere Zuordnung Person zu Konto wäre die ganze Architektur wertlos. Wer also bei der Anmeldung Ausweisdaten hinterlegen muss, erlebt nicht Bürokratie um ihrer selbst willen, sondern das Fundament, auf dem der Spielerschutz ruht.

Spieler legt zur Identitätsprüfung ein Ausweisdokument vor, bevor eine Einzahlung im lizenzierten Casino möglich ist

Den Deckel anheben: wie eine Limit-Erhöhung wirklich läuft

Viele stellen sich eine Limit-Erhöhung wie das Umlegen eines Schalters vor. Das ist sie nicht. Wer über die 1.000 Euro hinaus einzahlen will, durchläuft ein geregeltes Verfahren mit Prüfung — und das aus gutem Grund, denn höhere Limits bedeuten höheres Risiko.

Der erste Schritt ist immer ein Antrag beim jeweiligen Anbieter. Ein erhöhtes Einzahlungslimit kann im Einzelfall bis zu 10.000 Euro pro Monat betragen, aber niemand bekommt diese Summe automatisch. Der Anbieter muss prüfen, ob die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit das rechtfertigt — vereinfacht gesagt, ob du dir solche Einzahlungen leisten kannst, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten. Diese Prüfung stützt sich auf Einkommens- und Bonitätsinformationen.

Noch strenger wird es im obersten Bereich. Ein Limit zwischen 10.000 und 30.000 Euro pro Monat ist rechtlich möglich, aber an eine harte Quote gebunden: Es darf für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters gewährt werden. Diese Ein-Prozent-Grenze ist eine bewusste Bremse. Sie sorgt dafür, dass extrem hohe Limits die absolute Ausnahme bleiben und nicht zur Marketingmasche werden, mit der Anbieter um zahlungskräftige Kunden buhlen.

Ein Detail, das in der Praxis oft übersehen wird: Eine Limit-Erhöhung gilt anbieterbezogen, das anbieterübergreifende Dach bleibt aber bestehen. Das Zusammenspiel ist komplex und individuell, weshalb ich hier bewusst keine pauschale Anleitung gebe — die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter und persönlicher Situation. Wer eine Erhöhung anstrebt, sollte sich die konkreten Voraussetzungen direkt beim lizenzierten Anbieter und in den offiziellen Hinweisen der Aufsicht ansehen. Klar ist nur: Es ist ein geprüfter, dokumentierter Vorgang, kein schneller Klick.

OASIS: das System, das dich notfalls ganz aussperrt

Es gibt einen Punkt, an dem Limits nicht mehr genügen — wenn jemand das Spielen ganz unterbrechen muss. Für diesen Fall existiert ein zweites, schärferes Werkzeug: OASIS, das bundesweite Spielersperrsystem. Während das Limit reguliert, wie viel du einzahlst, regelt OASIS, ob du überhaupt spielen darfst.

Die Dimension dieses Systems ist beeindruckend. Das OASIS-Spielersperrsystem verzeichnete 2026 über 5,2 Milliarden Abfragen, im Schnitt rund 432 Millionen pro Monat. Jede dieser Abfragen ist ein Moment, in dem ein Anbieter prüft, ob ein Spieler gesperrt ist, bevor er ihn spielen lässt. Diese Zahl zeigt, dass die Sperrprüfung kein gelegentlicher Vorgang ist, sondern bei praktisch jeder Anmeldung und jedem Spielstart im Hintergrund läuft.

Visualisierung der OASIS-Sperrabfrage, die bei jeder Anmeldung im Hintergrund prüft, ob ein Spieler gesperrt ist

OASIS kennt zwei Sperrarten, deren Unterschied entscheidend ist. Die Selbstsperre beantragt der Spieler selbst — er entscheidet bewusst, sich für eine Zeit oder dauerhaft auszuschließen. Die Fremdsperre dagegen wird von Dritten veranlasst, etwa von Angehörigen oder vom Anbieter, wenn Anzeichen für problematisches Spielverhalten vorliegen. Beide Arten landen in derselben zentralen Datei, und beide wirken anbieterübergreifend: Wer gesperrt ist, ist es überall im legalen Markt gleichzeitig.

Das Verhältnis zwischen beiden Sperrarten ist aufschlussreich. Rund 96 bis 97 Prozent aller aktiven OASIS-Sperren sind Selbstsperren, nur etwa 3 bis 4 Prozent sind Fremdsperren. Die überwältigende Mehrheit der Gesperrten hat sich also selbst ausgeschlossen — ein Hinweis darauf, dass das System weniger ein Zwangsinstrument ist als ein Werkzeug zur Selbstkontrolle. Menschen nutzen es, um eine Grenze zu ziehen, die sie im Moment des Spielens vielleicht nicht halten könnten.

Der Vorstand der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder bringt den Sinn solcher Schutzmechanismen auf den Punkt, wenn er zum illegalen Markt feststellt, illegale Plattformen böten keine wirksamen Spielerschutzmechanismen und wer dort spiele, gehe ein erhebliches Risiko ein, eine Glücksspielsucht zu entwickeln. Genau diesen Schutz liefern Limit und OASIS im legalen Markt — und genau dieser Schutz fehlt jenseits der Lizenz vollständig. Wer im regulierten Bereich spielt, akzeptiert Reibung und gewinnt dafür ein Sicherheitsnetz.

Wie viele wirklich gesperrt sind: die Zahlen hinter OASIS

Abstrakte Sperrsysteme bleiben abstrakt, bis man die Größenordnung sieht. Anfang 2026 überschritt die Zahl aktiver OASIS-Sperren die Marke von 300.000. Zum Vergleich: Ende 2020, kurz vor Inkrafttreten des neuen Staatsvertrags, waren es erst rund 47.000. In gut vier Jahren hat sich die Zahl also versechs- bis versiebenfacht — ein Anstieg, der zeigt, wie tief das System inzwischen im Markt verankert ist.

Auch die jährliche Bewegung ist erheblich. Allein 2026 kamen über 56.000 neue Sperreinträge hinzu. Und die zuständige Behörde, das Regierungspräsidium Darmstadt, bearbeitete 2026 rund 60.000 Sperranträge. Diese Zahlen sind kein Randphänomen: Sie bedeuten, dass jeden Monat Tausende Menschen aktiv die Entscheidung treffen, sich vom Spiel auszuschließen, und dass eine Behörde mit erheblichem Personalaufwand dahintersteht.

Was diese Statistiken über den Markt verraten, ist zweierlei. Erstens funktioniert das Schutzsystem — Hunderttausende nutzen es tatsächlich, es ist kein Papiertiger. Zweitens spiegelt der Anstieg auch, wie groß die Gruppe der Risikospieler ist, für die solche Werkzeuge gedacht sind. Eine Versechsfachung der Sperren in vier Jahren ist beides zugleich: ein Erfolg der Regulierung und ein Mahnzeichen für das Ausmaß des Problems.

Für dich als Einzahler ist die praktische Konsequenz simpel, aber wichtig: Jede Einzahlung in einem lizenzierten Casino setzt voraus, dass du nicht in OASIS gesperrt bist. Das System prüft das automatisch, bei jedem Anbieter, in Echtzeit. Wer sich einmal selbst gesperrt hat, kann nicht einfach bei einem anderen legalen Anbieter weiterspielen — die Sperre folgt der Person durch den gesamten regulierten Markt.

Die GGL und die Whitelist: woran du den legalen Anbieter erkennst

All diese Systeme — Limit, LUGAS, OASIS — funktionieren nur, wenn jemand sie durchsetzt. Diese Rolle übernimmt seit 2023 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, mit Sitz in Halle. Sie ist die zentrale Aufsicht für den deutschen Online-Glücksspielmarkt und führt die Liste der erlaubten Anbieter, die sogenannte Whitelist.

Person vergleicht einen Casino-Anbieter mit der offiziellen Whitelist der erlaubten Anbieter der Glücksspielbehörde

Die GGL ist dabei alles andere als zahnlos. Sie betreibt eine aktive Schwarzmarktbekämpfung, und die Zahlen zeigen Wirkung. Seit September 2026 dürfen über Google Ads in Deutschland nur noch lizenzierte Anbieter werben — mit messbar reduzierter Sichtbarkeit illegaler Angebote. Wer also über eine Suchmaschinenanzeige auf ein Casino stößt, hat eine höhere Chance, bei einem regulierten Anbieter zu landen als noch vor wenigen Jahren. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis behördlicher Durchsetzung.

Die Behörde verfolgt dabei eine messbare Strategie der Kanalisierung — also des Versuchs, möglichst viele Spieler aus dem illegalen in den legalen, regulierten Markt zu lenken. Eine von der GGL beauftragte Untersuchung ermittelte für das Online-Glücksspiel ein Schwarzmarktvolumen von knapp 23 Prozent und damit eine Kanalisierungsquote von gut 77 Prozent. Im Klartext: Rund drei Viertel des Online-Glücksspiels finden inzwischen im legalen Bereich statt. Diese Quote ist der Maßstab, an dem die Behörde ihren Erfolg misst. Je höher sie liegt, desto mehr Spieler genießen die Schutzmechanismen aus Limit, LUGAS und OASIS — und desto kleiner ist der unkontrollierte Rest.

Wie ernst es die Behörde mit der Datenbasis nimmt, zeigt eine von ihr beauftragte Untersuchung zum Schwarzmarkt. Der Vorstand der GGL formuliert die Haltung der Behörde unmissverständlich, wenn er sagt, die wissenschaftlich berechnete Kanalisierungsquote bestätige die bisherigen Annahmen zum Umfang des Schwarzmarktes. Hinter diesem nüchternen Satz steckt eine klare Linie: Regulierung soll auf Messung beruhen, nicht auf Vermutung. Die Behörde will wissen, wie groß der illegale Markt tatsächlich ist, um gezielt gegen ihn vorzugehen.

Für dich als Spieler ist die Whitelist das wichtigste praktische Werkzeug. Nur Anbieter auf dieser Liste unterliegen dem deutschen Limit, sind an LUGAS angeschlossen und prüfen gegen OASIS. Ein Anbieter, der außerhalb dieser Liste operiert, mag verlockend wirken, weil er keine Limits kennt — aber er bietet eben auch keinen der Schutzmechanismen, die der legale Markt mitbringt. Die Abwesenheit von Reibung ist dort kein Vorteil, sondern das Fehlen eines Sicherheitsnetzes.

Wenn du wissen willst, wie der eigentliche Einzahlvorgang technisch abläuft und ob deine Bankdaten dabei sicher sind, lohnt der Blick in meine Analyse zum Datenfluss und der TAN-Logik bei der Sofortüberweisung. Für dieses Kapitel zählt die Kernaussage: Die GGL-Whitelist ist die Trennlinie zwischen einem geschützten und einem ungeschützten Markt — und das Limit, das du manchmal als lästig empfindest, ist der sichtbarste Beweis, dass du dich auf der geschützten Seite befindest.

Was das alles für deine nächste Einzahlung bedeutet

Fassen wir das Praktische zusammen, denn am Ende geht es um deinen Alltag im Kassenbereich. Wenn du in einem lizenzierten deutschen Casino einzahlst, durchläuft jede einzelne Transaktion im Hintergrund eine doppelte Prüfung: Liegt eine OASIS-Sperre vor, und ist das LUGAS-Limit noch nicht ausgeschöpft? Erst wenn beides geklärt ist, lässt das System die Einzahlung zu.

Das Limit wird zentral über LUGAS anbieterübergreifend überwacht — diesen Satz solltest du im Hinterkopf behalten, wenn dich eine Einzahlung überrascht. Eine Ablehnung bedeutet in den meisten Fällen nicht, dass deine Zahlungsmethode versagt hat oder das Casino ein Problem hat. Sie bedeutet, dass du dein monatliches Limit über alle Anbieter hinweg erreicht hast. Die Zahlungsmethode ist nur der Bote, die Regel sitzt eine Ebene höher.

Daraus folgt eine entspannte Erkenntnis: Du musst dir um die Mechanik kaum Gedanken machen, solange du im legalen Markt bleibst. Limit und Sperrsystem arbeiten automatisch, sie schützen dich, ohne dass du etwas tun musst. Die Reibung, die du gelegentlich spürst — eine kurze Wartezeit beim Anbieterwechsel, eine abgelehnte Einzahlung am Monatsende — ist der Preis für ein System, das verhindert, dass aus Unterhaltung ein Problem wird.

Der Kontrast zum illegalen Markt macht den Wert dieser Systeme greifbar. Dort gibt es kein gemeinsames Limit, keine zentrale Sperrdatei, keinen automatischen Schutz. Was wie Freiheit aussieht, ist in Wahrheit das Fehlen jeder Bremse. Genau deshalb ist die scheinbar lästige 1.000-Euro-Grenze kein bürokratisches Ärgernis, sondern das Fundament eines Marktes, der den Spieler ernst nimmt — auch dann, wenn der Spieler selbst sich gerade nicht ernst nimmt.

Gilt das 1.000-Euro-Limit pro Casino oder für alle zusammen?

Für alle zusammen. Das Limit nach Paragraf 6c GlüStV 2021 ist anbieterübergreifend und personenbezogen. Es summiert deine Einzahlungen über sämtliche in Deutschland lizenzierten Anbieter eines Kalendermonats. Wer bei drei Casinos je 400 Euro einzahlt, hat die 1.000 Euro überschritten. Überwacht wird das zentral über das LUGAS-System, sodass ein Anbieterwechsel kein Schlupfloch bietet.

Bis zu welchem Betrag kann ich mein Einzahlungslimit anheben lassen?

Im Einzelfall bis zu 10.000 Euro pro Monat, geknüpft an eine Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Ein Limit zwischen 10.000 und 30.000 Euro ist rechtlich möglich, aber streng gedeckelt: Es darf für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters gewährt werden. Eine Erhöhung erfolgt nie automatisch, sondern stets über einen geprüften Antrag beim Anbieter.

Wie viele OASIS-Sperren gibt es aktuell?

Anfang 2026 überschritt die Zahl aktiver Sperren die Marke von 300.000. Ende 2020 waren es erst rund 47.000 — eine Versechs- bis Versiebenfachung in gut vier Jahren. Allein 2026 kamen über 56.000 neue Einträge hinzu, und das Regierungspräsidium Darmstadt bearbeitete 2026 rund 60.000 Sperranträge. Das System verzeichnete 2026 über 5,2 Milliarden Abfragen.

Was ist der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdsperre?

Eine Selbstsperre beantragt der Spieler selbst, um sich bewusst für eine Zeit oder dauerhaft auszuschließen. Eine Fremdsperre wird von Dritten veranlasst, etwa von Angehörigen oder vom Anbieter bei Anzeichen problematischen Spielverhaltens. Rund 96 bis 97 Prozent aller aktiven Sperren sind Selbstsperren, nur etwa 3 bis 4 Prozent Fremdsperren. Beide wirken anbieterübergreifend im gesamten legalen Markt.